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JXL Dateiformat

geplanter JPEG-Nachfolger, der sich nicht unterkriegen lässt

Sören RamspeckZuletzt aktualisiert am 25. April 2026 von Sören Ramspeck mit der Erfahrung von mehr als 128.395.750 umgewandelten Dateien seit 2013.

Es gab viele Versuche JPEG abzulösen: WDP, JXR, JPEG-2000, alle scheiterten. JPEG XL drohte fast das gleiche Schicksal, doch Ende 2025 / Anfang 2026 kam (noch einmal) die Wende: Google wird mit Chrome JXL doch unterstützen.

JXL als Nachfolger für JPEG

JPEG XL (Dateiendung .jxl) ist gekommen um JPEG abzulösen und hat alles im Gepäck was dazu nötig ist. Das Format vereint verlustfreie und verlustbehaftete Kompression in einem einzigen, lizenzgebührenfreien Standard und liefert dabei auch noch bessere Ergebnisse als JPEG, PNG und WEBP. Entwickelt von der Joint Photographic Experts Group (JPEG) und standardisiert als ISO/IEC 18181, soll JPEG XL langfristig die klassischen Bildformate ablösen [1]. Das „L“ steht für Long-Term, das X wurde von den anderen JPEG-Erweiterungen (XR, XT, …) übernommen.

Was macht JPEG XL besonders?

JPEG XL ist nicht „ein bisschen mehr JPEG“. Es ist ein äußerst modernes Bildformat, das gleich mehrere Probleme auf einmal zu lösen sucht. Im verlustbehafteten Modus (wie JPEG) sind JXL-Dateien typischerweise 50 bis 60% kleiner als herkömmliche JPEGs bei vergleichbarer Qualität. Gegenüber dem ebenfalls sehr modernen AVIF-Format kann JPEG nicht immer kleinere Dateien, aber immerhin eine höhere Geschwindigkeit beim Encodieren entgegensetzen.

Der eigentliche Clou: JPEG XL kann bestehende JPEG-Dateien ohne weiteren Qualitätsverlust rekomprimieren und dabei rund 20% Speicherplatz einsparen [3]. Kein Qualitätsverlust, keine Artefakte, einfach 20% weniger Speicherbedarf. Für Websites mit vielen Bildern sind 20% eine gewaltige Einsparung.

Darüber hinaus bietet JPEG XL Features, die kein anderes gängiges Web-Bildformat in dieser Zusammenstellung unterstützt: progressives Decoding (das Bild baut sich vom Groben zum Feinen auf, statt zeilenweise zu laden), HDR-Unterstützung mit bis zu 32 Bit Farbtiefe, breite Farbräume (Display P3, Rec. 2100) und Transparenz (Alphakanal) [1]. Außerdem dürfen Bilder bis zu 1 Milliarde Pixel Höhe und Breite haben, im Gegensatz zu JPEG das bei 65.535×65.535 Pixeln passen muss.

Die turbulente Geschichte von JPEG-XL

Die Entwicklung von JPEG XL begann 2017 mit einem Call for Proposals der JPEG-Gruppe [3]. Zwei vielversprechende Ansätze, Googles PIK und Cloudinarys FUIF, wurden zusammengeführt und mündeten 2022 im fertigen Standard. Soweit, so gewöhnlich.

Die spannendere Geschichte spielt sich bei den Browsern ab: Chrome und Firefox boten ab 2021 experimentelle Unterstützung hinter einem Feature-Flag [3]. Doch dann, im Oktober 2022, kam der Paukenschlag: Google entfernte die JXL-Unterstützung aus Chrome mit der Begründung, es gebe „nicht genug Interesse im Ökosystem“, führte Sicherheitsbedenken an [5]. Über 1.000 Upvotes und zahlreiche empörte Kommentare im Chromium-Bugtracker sahen das allerdings anders [6]. Kritiker vermuteten, Google wolle lieber das eigene AVIF-Format (über die Alliance for Open Media) pushen, als einem unabhängigen Standard den Weg zu ebnen [3].

Was folgte, war ein dreijähriger Kampf der Community. Apple nahm JPEG XL 2023 offiziell in Safari auf, das iPhone 16 Pro nutzt den Standard in Apples ProRaw. Mozilla schwenkte von einer ablehnenden Position zu einer neutralen und begann mit der Arbeit an einem Rust-basierten Decoder [1], der dann auch die Sicherheitsbedenken ausräumte. Ende 2025 knickte schließlich auch Google ein: Der Chromium-Status wurde von „Obsolete“ auf „Assigned“ geändert, und im Februar 2026 erschien Chrome 145 (wieder) mit einem integrierten JXL-Decoder [2]. Auch die Aufnahme von JPEG XL in die PDF-Spezifikation dürfte bei Googles Sinneswandel geholfen haben [5]. Auch Stand April 2026 muss sowohl in Chrome als auch Firefox das JPEG-XL-Feature noch manuell aktiviert werden.

Browser- und Software-Unterstützung (Stand 2026)

Software JXL-Support Anmerkung
Safari ab Version 17 (2023) Nativ, Vorreiter unter den Browsern
Chrome ab Version 145 (Feb. 2026) Rust-Decoder, noch hinter Flag [2]
Edge ab Version 145 Chromium-basiert, gleicher Decoder
Firefox Nightly (ab 2026) Flag erforderlich, stabile Version ausstehend [1]
Windows Per Plugin Plugin für Explorer, Fotoanzeige etc. verfügbar [1]
macOS / iOS Nativ Quick Look, iPhone 16 Pro (ProRAW)
Ubuntu ab 25.04 Standardmäßig aktiviert [1]
GIMP Plugin für 2.10 Vollständig nutzbar
IrfanView ab 4.59 Plugin erforderlich [7]
XnView MP Unterstützt Öffnen und Bearbeiten
Paint.NET ab 5.1.5 Nativ, davor per Plugin [7]
Photopea Import nativ Export per Plugin
JXL Browser Support 04/2026
Der (aktive) Browsersupport von JXL ist auch im April 2026 noch tiefrot: lediglich Safari hat die Unterstützung aktiviert. (via caniuse)

JPEG XL Unterstützung in Windows 11 installieren

Aktuell ist noch die Installation der folgenden Erweiterung nötig um den Support von JXL in Windows 11 zu aktivieren: JPEG XL – Microsoft Store.

JPEG XL vs. AVIF vs. WebP

Die drei modernen Web-Bildformate im Vergleich:

AVIF (basierend auf dem AV1-Videocodec) bietet sehr gute Kompression, ist aber langsam beim Encoding, unterstützt weder progressives Decoding noch verlustfreie JPEG-Rekompression und ist auf Bildgrößen von 8.192 x 8.192 Pixel begrenzt, teilweise sind 65.536 x 65.536 Pixel möglich. [4]

WebP (Googles älterer Bildstandard) war ein guter erster Schritt und hat breite Browserunterstützung. Die Kompression liegt allerdings deutlich hinter JPEG XL und AVIF, und auch bei der Farbtiefe (maximal 8 Bit) zeigen sich Grenzen.

JPEG XL vereint die Stärken beider Formate: beste Kompression bei praxisnahen Geschwindigkeiten, progressives Decoding, verlustfreie JPEG-Rekompression, HDR, breite Farbräume und Bilder bis zu einer Milliarde Pixel [1]. Der einzige bisherige Nachteil war die lückenhafte Browserunterstützung. Ich gehe davon aus, dass die Feature-Flags in Firefox und Chrome noch in 2026 aktiviert werden und die Verbreitung schnell steigen wird.

Technische Eckdaten von JXL

JPEG XL basiert auf einer Kombination aus blockbasierter DCT-Kodierung (für den verlustbehafteten Modus, ähnlich dem klassischen JPEG) und einem „modularen Modus“ für verlustfreie Kompression und synthetische Bildinhalte [1]. Als Entropie-Kodierung kommt ANS (Asymmetric Numeral Systems) zum Einsatz – ein modernes Verfahren, das sowohl schnell als auch effizient ist.
Das Format unterstützt Farbtiefen von 8 bis 32 Bit pro Kanal, variable Farbunterabtastung (4:4:4, 4:2:2, 4:2:0), ICC-Farbprofile, Metadaten (EXIF, XMP), Animationen und sogar mehrere Ebenen (Layer) in einer Datei. Die Referenzimplementierung ist libjxl (C++), daneben existiert jxl-rs, ein Decoder in Rust, der inzwischen sowohl in Chrome als auch in Firefox zum Einsatz kommt [1].

JXL konvertieren

Trotz der wachsenden Unterstützung gibt es 2026 noch genug Situationen, in denen eine Konvertierung nötig ist: Ältere Browser und Betriebssysteme ohne oder mit inaktivem JXL-Support, Social-Media-Plattformen, die das Format (noch) nicht akzeptieren, oder Workflows mit Software, die JXL nicht kennt. In diesen Fällen hilft die Umwandlung in JPEG (für maximale Kompatibilität und kleine Dateien), PNG (wenn Transparenz oder verlustfreie Qualität gefragt sind) oder WEBP (für Web-Einsatz). Die Umwandlung mit Online-Umwandeln.de ist schnell und sicher möglich, erfordert keine Installation von Software und ist kostenlos.

Ich persönlich freue mich, dass es der Community gelungen ist Google noch einmal auf den JPEG XL-Weg zu bringen. JPEG XL ist ein hervorragendes Format mit vielen positiven Eigenschaften und wird, hoffentlich, nicht genauso wie JPEG-2000 oder JPEG XR nach kurzer Zeit wieder in der Schublade verschwinden.

Quellen

[1] Wikipedia: JPEG XL
[2] Phoronix: Chrome 145
[3] JPEG: JPEG XL Whitepaper
[4] Wikipedia: AVIF
[5] Phoronix: Google Looks To Bring JPEG-XL Support Back To Chrome / Chromium
[6] issues.chromium.org: JPEG XL decoding support (image/jxl)
[7] JPEG XL Software Support

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