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ODF wird Standard in deutschen Behörden – Deutschland Stack

Sören RamspeckZuletzt aktualisiert am 23. April 2026 von Sören Ramspeck mit der Erfahrung von mehr als 128.398.768 umgewandelten Dateien seit 2013.

Das hier freut mich persönlich ganz besonders: Ab 2027 sind deutsche Behörden angehalten, das ODF-Format (Open Document Format) als Standard für den Dokumentenaustausch zu nutzen. Was der IT-Planungsrat bereits im März 2025 beschlossen hat, soll jetzt mit dem Deutschland-Stack konkret umgesetzt werden.

Was ist passiert?

Der IT-Planungsrat, das zentrale Gremium für die IT-Zusammenarbeit von Bund und Ländern, hat in seiner Sitzung vom 26. März 2025 einen weitreichenden Beschluss gefasst. Dort heißt es:

Der IT-Planungsrat setzt sich dafür ein, dass in der Öffentlichen Verwaltung offene Formate wie das Open Document Format (ODF) zunehmend Verwendung findet und bis 2027 zum Standard für den Dokumentenaustausch wird.

Etwas technisch verklausuliert heißt das: Behörden werden künftig verstärkt auf offene Formate wie ODT für Textdateien, ODS für Tabellen und ODP für Präsentationen setzen, statt auf Microsoft-dominierte Formate.

Der Deutschland-Stack macht’s möglich

Die ODF-Pflicht ist ein Teil einer größeren Strategie namens „Deutschland-Stack“. Dahinter steckt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, das eine souveräne digitale Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen aufbauen und etablieren will.
Im offiziellen Dokument steht klipp und klar: Als Dokumentenformate werden ODF und PDF/UA festgelegt, Microsoft-Formate wie DOCX oder XLSX werden nicht erwähnt.

Das Ziel ist klar: weniger Abhängigkeit von US-Firmen wie Microsoft, Interoperabilität zwischen den einzelnen Behörden und Ländern, langfristige Lesbarkeit von Dokumenten.

Die Document Foundation feiert

Die Document Foundation, die Organisation hinter LibreOffice, hat die Verankerung von ODF im Deutschland-Stack ausdrücklich begrüßt. Geschäftsführer Florian Effenberger bringt es auf den Punkt: Offene Dokumentenformate seien keine Nischenangelegenheit für Technik-Nerds, sondern eine grundlegende Infrastruktur für demokratische und souveräne Verwaltungen.

Dem kann ich nur zustimmen. Wenn ich ein Dokument erstelle, will ich selbst entscheiden können, mit welcher Software ich es öffne: heute, morgen und in zehn Jahren. Bei ODF ist das garantiert, weil der Standard offen dokumentiert ist und von niemandem kontrolliert wird.

Was bedeutet das praktisch?

Für den Alltag ändert sich erstmal wenig: Dokumente vom Amt kommen weiterhin als PDF – das ist ja auch explizit im Deutschland-Stack vorgesehen (PDF/UA). Die ODF-Pflicht betrifft vor allem den Dokumentenaustausch zwischen Behörden und die interne Arbeit in der Verwaltung.
Interessant wird es, wenn ihr selbst editierbare Dokumente an Behörden schicken wollt oder müsst. ODT dürfte künftig die sicherere Wahl sein als DOCX, zumindest in der Theorie. Vielleicht kann man dann dem Finanzamt sogar bald „Excel-Tabellen“ als ODS ohne Rückfragen senden.

Mein Fazit

Ehrlich gesagt: Ich finde diese Entwicklung richtig gut. Offene Standards sind das Fundament für eine digitale Infrastruktur, die langfristig funktioniert und niemanden ausschließt. Dass Deutschland hier jetzt endlich Nägel mit Köpfen macht, war längst überfällig.
Ob die Umsetzung bis 2027 tatsächlich klappt? Da bin ich noch äußerst gespannt, aber der politische Wille ist da, der Deutschland-Stack nimmt Form an, und das ist schon mal mehr als bei früheren Versuchen wie dem gescheiterten LiMux-Projekt in München.

Ich bleibe dran und berichte, wie es weitergeht.

Quellen

IT-Planungsrat: Beschluss 2025/06 – Offene Austauschformate
Deutschland-Stack: Gesamtbild
The Document Foundation: Germany’s Sovereign Digital Stack Mandates ODF

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