DDS Dateiformat
Microsofts Texturformat für Spiele und 3D-Anwendungen
DDS steht für DirectDraw Surface und ist ein von Microsoft entwickeltes Dateiformat zur Speicherung von Texturen und Oberflächendaten für 3D-Anwendungen. Das Format wurde zusammen mit DirectX 7 eingeführt, um komprimierte und unkomprimierte Texturen zu speichern [1]. Der Header leitet sich direkt von den DirectDraw-7-Strukturen ab, und obwohl DirectDraw selbst längst als Legacy-API gilt, lebt das Dateiformat weiter und wird noch häufig genutzt [2]. Wer schon einmal Spieldateien entpackt oder sogar Mods für Spiele erstellt hat, ist mit ziemlicher Sicherheit auf .dds-Dateien gestoßen – und konnte diese vielleicht nicht direkt ansehen.
Technischer Hintergrund
Grafikkarten hatten damals oft nur 8 MB Videospeicher, und unkomprimierte Texturen fraßen diesen in Sekundenschnelle auf. Die Lösung kam von S3 Graphics, die mit der S3 Texture Compression (S3TC) ein Verfahren entwickelten, das Texturdaten auf ein Viertel bis ein Sechstel ihrer ursprünglichen Größe schrumpfen konnte, ohne dass die Grafikkarte die Daten vor dem Rendern erst aufwändig entpacken musste. Im März 1998 lizenzierte Microsoft diese Technologie für DirectX [3]. S3TC war ursprünglich für die Grafikkarte Savage 3D entwickelt und 1997 zum Patent angemeldet worden [4]. Microsoft entschied sich für genau diesen Algorithmus, weil er die beste Bildqualität lieferte und sich kostengünstig in Hardware umsetzen ließ [3]. Mit DirectX 7 bekam die komprimierte Texturdatei dann ihren eigenen Container: das DDS-Format.
Weiterentwicklung des Formates
Was 1999 als simpler Texturcontainer begann, wurde über die Jahre kräftig ausgebaut. Mit DirectX 8.0 kam die Unterstützung für Volumentexturen hinzu, ab Direct3D 10 werden auch Textur-Arrays unterstützt [1]. Dabei wurde ein erweiterter Header (DX10-Extension) eingeführt, der ein eher unschönes Problem löste: Die Formatbezeichnungen aus Direct3D 9 und Direct3D 10 kollidierten miteinander, was ohne den neuen Header zu Mehrdeutigkeiten beim Laden geführt hätte [2]. Mit DirectX 11 kamen dann weitere Kompressionsverfahren hinzu, die unter anderem HDR-Texturen (für realistische Lichtverhältnisse) und eine insgesamt höhere Farbtreue ermöglichen.
DDS Bild oder Containerformat?
DDS ist dabei weniger ein klassisches Bildformat als vielmehr ein Containerformat. Eine einzelne DDS-Datei kann neben einfachen 2D-Texturen auch Cube Maps (sechs Seiten einer Umgebungsreflexion, wie man sie etwa für Himmel oder spiegelnde Oberflächen braucht), Volumentexturen (für Effekte wie Nebel oder Rauch) und komplette Mipmap-Ketten enthalten. Letztere sind Texturvarianten in absteigender Auflösung, damit ein Objekt in der Ferne nicht dieselbe hochaufgelöste Textur laden muss wie eines direkt vor der Kamera. Die fünf ursprünglichen Kompressionsformate DXT1 bis DXT5 wurden mit Direct3D 10 in BC1 bis BC3 umbenannt [4], wobei DXT2 und DXT4 in der Praxis kaum Verwendung fanden.
Einsatzgebiete von DDS-Dateien
Das Format wird von praktisch jeder großen Game Engine unterstützt, darunter Unreal Engine, Unity und CryEngine. Typische Einsatzgebiete sind Diffuse Maps (die eigentliche Farbgebung einer Oberfläche), Normal Maps (simulierte Oberflächendetails wie Rillen oder Beulen), Specular Maps (Steuerung von Glanz und Reflexionen) und alle weiteren Texturtypen, die ein modernes 3D-Spiel so mitbringt.
Obwohl DDS ursprünglich für DirectX entwickelt wurde, lässt es sich über die OpenGL-Extension GL_EXT_texture_compression_s3tc auch in OpenGL verwenden [4]. Wer also glaubt, DDS sei ein reines Windows-Thema, irrt. Auch außerhalb der Spielebranche findet das Format Verwendung, etwa bei Architekturvisualisierungen oder Simulationen.
Software-Unterstützung
Zum Öffnen und Bearbeiten von DDS-Dateien stehen verschiedene Programme zur Verfügung, darunter Adobe Photoshop (mit Plugin), GIMP (mit DDS-Plugin), Paint.NET und IrfanView. Microsoft pflegt mit DirectXTex und DirectXTK eigene Open-Source-Bibliotheken auf GitHub, die das Format vollständig unterstützen. Alternativ lassen sich DDS-Dateien mit Online-Umwandeln.de direkt im Browser in gängige Formate wie PNG oder JPG konvertieren.
Quellen
[1] Microsoft Learn: DDS – Win32 apps
[2] Chuck Walbourn / Microsoft DirectX SDK Blog: The DDS File Format Lives
[3] Microsoft Licenses 3-D Graphics Technology From S3 Incorporated
[4] Wikipedia S3 Texture Compression
DDS-Dateien umwandeln, öffnen und bearbeiten
Informationen zu DDS-Dateien
- Software zum DDS öffnen
- Adobe Photoshop (Plugin) GIMP (Plugin) Paint.NET IrfanView
- Software zum DDS bearbeiten
- Adobe Photoshop (Plugin) GIMP (Plugin)
- MIME-Type für DDS
- image/vnd-ms.dds
Zuletzt aktualisiert am 24. April 2026 von
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