LibreOffice, OpenOffice oder Word? – Unterschiede & Vorteile

Microsoft stellt die Lizenzmodelle seiner Office-Suite (Microsoft Office) in den letzten Jahren immer weiter auf sogenannte Abo-Modelle um. Im Moment (Stand Oktober 2017) kann man zwar noch „Office Home & Student“ für 149 Euro kaufen, hat dann jedoch eine mitunter alte Version. Stattdessen drängt Microsoft regelrecht darauf, die Jahreslizenz von Office 365 zu erwerben, welche für fünf Geräte derzeit (Stand Oktober 2017) 99 Euro im Jahr kostet. Neben diesen Kaufmöglichkeiten gibt es natürlich auch noch die „gebrauchten Versionen bzw. Lizenz-Keys für 10 Euro“ – auf die wir am Ende des Artikels auch noch kurz eingehen.

Doch was sind die Alternativen zu Microsoft Office? Die bekanntesten Alternativen dürften die beiden Open-Source Projekte OpenOffice.org und LibreOffice sein.

Was ist OpenOffice?

OpenOffice ist eine freies, und damit kostenloses, Office-Paket welches im Jahre 2000 aus StarOffice hervorging. Grundsätzlich bietet Apache OpenOffice (vormals OpenOffice.org) mit den drei Teilprodukten Writer, Calc und Impress ähnliche Funktionalitäten wie Microsoft mit den Produkten Word, Excel und PowerPoint.

Was ist LibreOffice?

LibreOffice entstand im Jahre 2010 durch eine Abspaltung von OpenOffice und wird seither separat weiterentwickelt. Mittlerweile ist LibreOffice die moderne Alternative. Technisch gleichen sich LibreOffice und OpenOffice stark, wobei OpenOffice teilweise stabiler ist und mit großen Dateien besser klarkommt als LibreOffice.

Was ist Microsoft Office?

Microsoft Office ist ein kommerzielles Office-Paket welches bereits seit 1989 von Microsoft entwickelt wird. Im Vergleich zu den freien Produkten wirkt Microsoft Office deutlich professioneller und wird daher insbesondere im Firmenumfeld fast ausschließlich eingesetzt. Seit der Version Office 2013 werden auch die Open-Document-Formate von OpenOffice und LibreOffice vollständig unterstützt.
Neben der deutlich ansprechenderen Optik der Microsoft-Reihe sind auch die Vorlagen erheblich ansprechender und auch die Geschwindigkeit und Stabilität bei sehr großen Dateien (zum Beispiel großen Excel-Tabellen) ist wesentlich besser als bei den freien Office-Suiten.

Was ist die Apple iWork-Suite?

Im Jahre 2005 hat Apple mit der iWork Suite die Produkte Numbers, pages und Keynote vorgestellt. Seit 2013 ist die Software auf jedem aktuellen Mac kostenlos verfügbar. Neben den proprietären Dateiformaten (siehe Tabelle) unterstützt die iWork-Suite aber auch die gängigen Microsoft-Dateiendungen. Die iWork-Suite funktioniert nur auf Macs und bietet optisch äußerst ansprechende Vorlagen für verschiedenste Anlässe.

Vergleich: OpenOffice, Microsoft Office, LibreOffice und Apple iWorks

Die folgende Tabelle bietet einen tabellarischen Vergleich zwischen Microsoft Office und LibreOffice bzw. OpenOffice.

Microsoft Office LibreOffice OpenOffice Apple iWork
Vorlagen
Optik
Bedienung und Funktionen
Preis
149€ einmalig oder
69€ jährlich
kostenlos
kostenlos
kostenlos für Mac-Nutzer
Betriebssysteme
Gesamtwertung
Download Office 30 Tage
gratis testen
Download
LibreOffice
Download
OpenOffice
(nur für Mac-Benutzer)

Vorlagen für MS Office, LibreOffice und die iWork Suite

Natürlich lassen sich auch die Microsoft Word Vorlagen mit OpenOffice oder LibreOffice nutzen – hier muss man dann allerdings mit Einschränkungen oder Problemen bei der Formatierung rechnen, die man dann erst noch korrigieren muss.

Übersicht der Office-Pakete

Die nachfolgende Tabelle gewährt einen Überblick der verschiedenen Bestandteile und Dateiendungen der unterschiedlichen Office-Pakete.

Microsoft Office-Suite OpenOffice und LibreOffice Apple Mac Office-Suite
Word (.doc, .docx) Writer (.odt) Pages (.pages)
Excel (.xls, .xlsx) Calc (.ods) Numbers (.numbers)
Powerpoint (.ppt, .pptx) Impress (.odp) Keynote (.key)
Access (.mdb, .accdb) Base (.odb)

Office oder freie Alternativen? Eine Zeit- und Geschmacksfrage!

Microsoft liefert mit seiner Office Suite das umfassendste und ausgereifteste Produkt für die tägliche Nutzung. Die Bedienung ist einfach und gewohnt – die mitgelieferten Vorlagen sind auf Hochglanz poliert – damit kann man bei einer Bewerbung Eindruck schinden. Ganz im Gegensatz dazu wirken die wenigen für LibreOffice verfügbaren Vorlagen altbacken und grau – eben genauso wie die Bedienoberfläche.

Wenn man auf die hochwertigen Vorlagen verzichten kann und keine Scheu davor hat sich in ein neues System einzuarbeiten, dann spricht nichts gegen die Nutzung der kostenfreien Office-Alternativen LibreOffice und OpenOffice – ganz im Gegenteil lässt sich mit kostenloser Software so eine Menge Geld sparen. Eine große Community um die kostenlosen Projekte hilft bei Problemen und Fragen. Bei der Arbeit mit den offenen Programmen sollte man jedoch beachten, dass es beim Datenaustausch zu unterschiedlichen Darstellungen kommen kann – hier bietet es sich an Dateien vor dem Versand als .pdf abzuspeichern.

Fazit

Die kostenlose Alternative LibreOffice mit jeder Version immer besser. Mit LibreOffice 5.3 wurde sogar eine „Ribbon-Oberfläche“ eingeführt, welche eine ähnliche Bedienung wie bei Microsoft Word ermöglichen soll. Dies ist insbesondere für Umsteiger interessant, da die Funktionen so an gleicher Stelle zu finden sind. Die Unterstützung für Dateiformate ist mittlerweile bei allen Produkten gleich – sodass es hier nur noch zu marginalen Darstellungsproblemen kommt.
Microsoft bietet in seinen Produkten jedoch teilweise deutlich mehr Funktionen: So kommt Microsoft Office mit einer praktischen PDF-Import-Funktion welche die Bearbeitung und Texterkennung von PDF-Dokumenten ermöglicht – hier müssen sowohl die kostenlosen Alternativen als auch Apples Pages passen.
Wer auf diese Features nicht verzichten möchte, Wert auf qualitativ hochwertige Vorlagen und eine einfache Bedienung legt, dem sei an dieser Stelle angeraten das Geld in Microsoft Office zu investieren. Allen anderen sei angeraten: Probieren geht über studieren! Der Download von LibreOffice ist kostenlos möglich und die Installation geht schnell von der Hand. Machen Sie sich selbst ein Bild ob Ihnen Design und Funktionen ausreichen. Und falls nicht – die Deinstallation ist ebenso einfach möglich.

Kann man mit gebrauchten Office-Paketen Geld sparen?

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2 Kommentare

  1. Torsten
    20. Februar 2018

    Für reine Privatbriefe ist LibreOffice für mich das Produkt meiner Wahl. Ich vermisse MS Word gar nicht mehr. Mit LibreOffice habe ich alles, was ich brauche und benötige. Sicher war die Umstellung in der Anfangsphase etwas ungewohnt, aber ich habe nicht so schnell aufgegeben und heute möchte ich LibreOffice nicht mehr missen.
    Wer es ganz einfach haben will und nur mal gelegentlich einen Brief schreiben will, dem empfehle ich das kostenlose „Abiword“. Abiword ist jedoch sehr einfach und hat nicht viele Funktionen. Für alterschware Rechner ist es jedoch sicherlich eine Alternative.

    • J. Fock
      27. April 2018

      Danke für den Hinweis auf die Möglichkeit des Runterschraubens „downsizing“, weg von persönlich Unnötigem – ließe sich auf viele Lebensbereiche übertragen) 🙂

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