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DNG steht für Digital Negative und ist ein offenes RAW-Format, das Adobe am 27. September 2004 veröffentlicht hat. Ich finde, der Name erklärt (ähnlich wie bei RAW) schon sehr gut, was die Dateien enthalten: die unverfälschten(*) Rohdaten der Fotografie, eben ein digitales Negativ. Seit dem iPhone 12 Pro und 12 Pro Max nutzt auch Apple das Format.[1]

Das ursprüngliche Ziel, ein einheitliches Rohformat für alle Hersteller zu etablieren hat Adobe, wie wir heute wissen, nicht erreicht. Fast jeder große Hersteller hat hier sein eigenes Format etabliert. Im Gegensatz zu den meisten proprietären Formaten anderer Hersteller (wie CR2, NEF oder ARW) ist die DNG-Spezifikation öffentlich dokumentiert und Adobe gewährt eine lizenzfreie Nutzung, sofern die Implementierung der Spezifikation entspricht.[2] Die Library of Congress empfiehlt DNG als Archivformat für Fotografien (um die dauerhafte Lesbarkeit zu gewährleisten).[3]

Versionen und Entwicklung

Version Datum wichtigste Änderung Link zur Spezifikation
DNG 1.0 September 2004 Erste Version, zusammen mit Adobe DNG Converter DNG 1.0 (archive.org)
DNG 1.1 Februar 2005 Linearisierungstabellen, Farbkalibrierung DNG 1.1 (archive.org)
DNG 1.2 April 2008 Neue Kameraprofile DNG 1.2 (archive.org)
DNG 1.3 Juni 2009 Opcodes für Objektivkorrektur DNG 1.3.0.0 (archive.org)
DNG 1.4 Juni 2012 Transparenz, 32-Bit HDR, verlustbehaftete Kompression DNG 1.4.0.0 (archive.org)
DNG 1.5 Mai 2019 Tiefenkarten, Enhanced Images DNG 1.5.0.0 (archive.org)
DNG 1.6 Dezember 2020 erst im Dezember 2021 final spezifiziert, BigTIFF (>4 GB), semantische Masken, Grundlage für Apple ProRAW DNG 1.6.0.0 (Adobe)
DNG 1.7 Juni 2023 JPEG-XL-Unterstützung DNG 1.7.1.0 (Adobe)

Apple ProRAW

Mit iOS 14.3 führte Apple im Dezember 2020 (finalisiert 2021) das ProRAW-Format ein. Das Format basiert technisch auf DNG 1.6 und kombiniert die Rohdaten der iPhone-Kameras mit Apples Bildverarbeitung (wie Deep Fusion, Smart HDR). Alles wird als 12-Bit Linear DNG in ca. 25 MB (12 MP) bis 75 MB (48 MP) großen Dateien gespeichert.

Kameras mit nativer DNG-Unterstützung

Einige Hersteller bieten native DNG-Unterstützung: Leica (seit dem Digital-Modul-R 2005), Hasselblad, Pentax, Ricoh und Casio bei ausgewählten Modellen. Auch Drohnen von DJI und Yuneec sowie diverse Android-Smartphones speichern direkt im offenen DNG-Format. Für maximale Flexibilität und Archivierbarkeit ist das offene DNG-Format ein gutes Verkaufsargument.

Technische Grundlage: TIFF 6.0 und TIFF-EP

DNG basiert technisch auf einer Erweiterung des TIFF 6.0-Formats und ist kompatibel mit dem TIFF-EP-Standard (ISO 12234-2). TIFF-EP wurde 2001 speziell für Digitalkameras definiert und legt fest, wie Rohdaten von Kamerasensoren strukturiert gespeichert werden – inklusive Informationen über die Bayer-Matrix des Sensors. DNG erweitert diesen Standard um zusätzliche Tags für Objektivkorrekturen, Farbprofile und Kamerakalibrierung. Metadaten (EXIF, IPTC, XMP) werden direkt in der Datei gespeichert, separate Sidecar-Dateien (Dateien, die parallel zum Bild abgelegt werden und die Meta-Informationen beinhalten) sind nicht nötig.

(*) Seit DNG 1.4 können die Bilder auch verlustbehaftet komprimiert werden, dann sind die Daten nicht mehr unverfälscht.

Quellen

[1] support.apple.com – About Apple ProRAW
[2] helpx.adobe.com – Digital Negative (DNG)
[3] loc.gov – Adobe Digital Negative (DNG)

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Zuletzt aktualisiert am 19. März 2026 von Sören mit der Erfahrung von mehr als 127.998.034 umgewandelten Dateien seit 2013.

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