Informationen zum AAC Dateiformat
AAC steht für Advanced Audio Coding und stellt ein verlustbehaftetes Kompressionsverfahren für Audiodateien dar. Es liefert bei gleicher Bitrate oft bessere Klangqualität als MP3 und ist insbesondere bei niedrigeren Bitraten effizienter. Heute ist AAC der Standard auf Apple-Geräten, bei YouTube-Videos, auf Nintendo- und Playstation-Spielkonsolen sowie bei vielen Streaming-Anbietern.
Geschichte und Entwicklung
AAC wurde von einem Konsortium namhafter Unternehmen entwickelt, darunter auch das Fraunhofer IIS (Entwickler von MP3!) und wurde im April 1997 offiziell von der Moving Picture Experts Group (MPEG) als Standard verabschiedet. Die erste kommerzielle Nutzung erfolgte bereits ab 1997 als AT&T einen digitalen Musikshop mit AAC-Dateien startete. Der eigentliche Durchbruch kam jedoch erst 2003, als Apple den iTunes Store (heute Apple Music) startete und hier AAC als Musikformat verwendete.
Technische Entwicklung
Seit der ersten Version wurden mehrere Erweiterungen zum AAC-Standard hinzugefügt. Heute unterscheidet man:
- AAC-LC (Low Complexity) – das am weitesten verbreitete Profil, Standard bei iTunes und den meisten Streaming-Diensten
- HE-AAC (High Efficiency) – optimiert für niedrige Bitraten, nutzt Spectral Band Replication (SBR); definiert 2003
- HE-AAC v2 – ergänzt Parametric Stereo für noch niedrigere Bitraten; definiert 2004/2006
- AAC-LD (Low Delay) – für Echtzeitkommunikation wie VoIP; definiert 2000
- xHE-AAC (Extended HE-AAC) – die neueste Variante, kombiniert Sprach- und Musikkodierung für adaptives Streaming
Patente und Lizenzierung
Anders als MP3, das seit 2017 patentfrei ist, unterliegt AAC noch Patentschutz. Die Patentinhaber umfassen unter anderem Fraunhofer, Dolby, Sony, Philips und Microsoft. Die letzten Basispatente für AAC laufen voraussichtlich 2028 aus, Patente für Erweiterungen wie HE-AAC laufen noch bis mindestens 2031.
AAC vs. MP3
AAC wurde entwickelt um MP3 abzulösen. Das ist technisch gelungen, AAC nutzt effizientere Kompression und ein verbessertes psychoakustisches Modell, kann also besser zwischen hörbaren und nicht-hörbaren Tonanteilen differenzieren. In der Praxis bedeutet das, dass AAC kleinere Dateien bei gleicher Qualität oder bessere Qualität bei gleicher Dateigröße liefern kann. Dennoch konnte AAC MP3 nicht verdrängen, zu groß war der zeitliche Vorsprung, zu klein die technischen Unterschiede. Somit existieren heute beide Formate parallel, jedes mit seinen eigenen Vorzügen.
Quellen
AAC-Dateien umwandeln, öffnen und bearbeiten
Informationen zu AAC-Dateien
- Software zum AAC öffnen
- Windows Media-Player
- VLC VideoLAN Client
- Software zum AAC bearbeiten
- Nero Wave-Editor
- MIME-Type für AAC
- audio/aac
Keine Kommentare