Informationen zum CR3 Dateiformat
CR3 steht für Canon RAW 3 und ist das aktuellste RAW-Bildformat von Canon Digitalkameras. Es wurde 2018 mit der Canon EOS M50 eingeführt und löste das ältere CR2-Format ab. CR3-Dateien enthalten, wie andere Rohformate auch, neben den unbearbeiteten Bilddaten umfangreiche Meta-Informationen über Belichtung, Weißabgleich und Kameraeinstellungen.
Technischer Aufbau
CR3 basiert auf dem ISO Base Media File Format und damit demselben Container, der auch für MP4-Dateien genutzt wird. Der Vorgänger CR2 setzte hier noch auf den TIFF-Standard. Für die die Kompression nutzt CR3 den proprietären CRX-Codec von Canon. Dieser kombiniert Techniken aus JPEG-LS (Rice-Golomb-Codierung) und JPEG-2000 (LeGall 5/3 Wavelet-Transformation). Im Ergebnis sind CR3-Dateien deutlich kleiner bei gleicher oder sogar besserer Bildqualität als CR2.
Doch warum eigentlich der Aufwand mit der Kompression?
Auf den ersten Blick scheint eine effizientere Komprimierung überflüssig zu sein, denn Speicherkarten mit mehr als 1TB Speicherplatz sind schon lange Standard, das Internet zum Austausch der Daten ist auch viel schneller als zur Einführung von CR2. Doch der tatsächliche Flaschenhals liegt in der Schreibgeschwindigkeit. Moderne Kameras wie die EOS R5 erzeugen bei 30 Bildern pro Sekunde Datenströme von knapp 2GB pro Sekunde Rohmaterial. Selbst schnelle CFexpress-Karten halten diese Schreibraten nicht lange durch. Nach wenigen Sekunden wäre der interne Puffer voll und die Kamera pausiert.
CR3 kann die Dateigröße um ca. 40% reduzieren. Das bedeutet: mehr Bilder im Puffer, schnelleres Leeren und damit längere Serienaufnahmen ohne Unterbrechung. Das kann in vielen Situation wie Sport-, Tier- oder Eventfotografie den Unterschied zwischen getroffener und verpasster Aufnahme machen.
Kompressionsmodi von CR3
CR3 unterstützt zwei Kompressionsmodi:
- RAW: Verlustfreie Kompression, maximale Bildqualität
- C-Raw (Compressed-RAW): Verlustbehaftete Kompression, ca. 40% kleiner bei minimal sichtbarem Qualitätsverlust
C-RAW ist besonders interessant für Fotografen mit hohem Bildaufkommen, etwa Sportevents oder Hochzeiten. Eben da, wo ein verpasster Moment nicht nachgeholt werden kann. Durch Serienaufnahmen entstehen hohe Datenmengen die entsprechend schnell geschrieben werden müssen.
Die Geschichte der Canon-RAW-Formate
Canon hat im Laufe der Jahre drei RAW-Generationen entwickelt die ich in der Tabelle aufgelistet habe:
| Format | eingeführt im Jahr | Basis | Erstes Kameramodell |
|---|---|---|---|
| CRW | 1997 | CIFF (Camera Image File Format) | Canon EOS D2000 |
| CR2 | 2004 | TIFF | Canon EOS-1D Mark II |
| CR3 | 2018 | ISO Base Media File Format (ISO BMFF) | Canon EOS M50 |
Der Wechsel zu ISO BMFF CR3 ist der größte technische Schnitt gewesen. Das Format ist modular aufgebaut, der Container unterstützt Streaming und ist somit zukunftssicher für noch höhere Auflösungen und schnelle Serienbildraten.
Quellen
Laurent Clévy: Canon CR3 Format-Dokumentation (GitHub)
Archive Team: Canon RAW 3
ISO/IEC 14496-12: ISO Base Media File Format
CR3-Dateien umwandeln, öffnen und bearbeiten
Informationen zu CR3-Dateien
- Software zum CR3 öffnen
- Software zum CR3 bearbeiten
- MIME-Type für CR3
- image/x-canon-cr3
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