Kein Internet? Vodafone löscht aus Versehen Router-Einstellungen

Wer es heute nicht schafft ins Internet zu kommen, sollte die Einstellungen seines Routers überprüfen. Ein fehlerhaftes Rollout eines Software-Updates führte dazu, dass mehrere tausend Router des Typs Fritzbox 6490 Cable auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt wurden. Laut Vodafone trug ein Service-Mitarbeiter einen fehlerhaften Parameter in das Update ein – ein Werksreset war die Folge. Kunden berichten in diversen Foren davon, dass WLAN-Keys zurückgesetzt wurden und alle relevanten Einstellungen verloren sein. Dazu zählen auch aufgezeichnete Sprachnachrichten auf dem internen Anrufbeantworter und Subnetz-Einstellungen.

Vodafone: Keine Aussicht auf Wiederherstellung der Router

Kunden, die sich durch die von Vodafone gestellte FritzBox vor allem unproblematisches Arbeiten versprachen, müssen nun in den digitalen sauren Apfel beißen: Wie das Telekommunikationsunternehmen mitteilte, sei ein Backup nicht möglich und die Daten unwiderruflich verloren. Alle Einstellungen und Parameter müssen per Hand erneut eingetragen werden. Das beginnt mit dem Login der Weboberfläche und endet bei der Konfiguration verschiedener Telefonnummern. Auch fest vergebene IPs oder VPN-Einstellungen können nicht wiederhergestellt werden.

Betroffene Regionen des fehlerhaften Updates:

  • Niedersachsen
  • Bayern
  • Bremen
  • Nordrhein-Westfalen

Weiterhin beklagen die Kunden, dass der Support von Vodafone Seite eher spärlich ausfällt. So wurden nicht alle betroffenen Anschlüsse über den Fehler informiert und viele Kunden mussten sich durch den Telefonsupport des Unternehmens schleppen. Vodafone versichert jedoch, dass mittlerweile alle Kunden angeschrieben oder angerufen wurden, um Problematik und Lösungsansätze zu kommunizieren.

Kritiker raten von gemieteten Routern ab

Durch den Vorfall schüttet Vodafone Wasser auf die Mühlen der Kritiker von fremdverwalteten Routern. Zwar ist die Bequemlichkeit ein nicht zu vernachlässigender Vorteil, doch der Nachteil eines kompletten Kontrollverlusts gehört zu den negativen Seiten. Die von Vodafone vermieteten Router können zwar durch die Kunden konfiguriert werden, doch die Update-Politik liegt komplett in den Händen des Internetanbieters. Wer sich jedoch einen eigenen Router zulegt, hält nicht nur die komplette Konfiguration in der Hand, sondern kann auch Backups anlegen, falls ein Update doch einmal schief gehen sollte. Außerdem ist man nicht auf das Wohlwollen des Anbieters angewiesen, wenn es um die Fernwartung oder Problemlösung geht.

Einen kleinen Trost gibt es dennoch für betroffene Vodafone-Kunden: Wie einige Kunden berichten, erhielten sie eine SMS, in denen Vodafone eine Entschädigung anbot. So wurden die Kunden für einen Zeitraum von sechs Monaten auf eine höhere DSL-Geschwindigkeit hochgestuft.

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